Sozialpraktikum 2006 im Max-Planck-Gymnasium Düsseldorf
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Praktikumsbericht Sozialbund Katholischer Frauen und Männer (SKFM) In der Zeit vom 19.01.06 bis zum 26.01.06 habe ich mein Sozialpraktikum bei dem Sozialbund Katholischer Frauen und Männer (SKFM) gemacht, in der Abteilung für familiäre Fremdunterbringung. Der SKFM ist eine katholische Fachorganisation für Jugend- und Familienhilfe und ein Ansprechpartner und Helfer für Erwachsene, die sich in sozialen, psychischen oder wirtschaftlichen Notlagen befinden. Der SKFM wurde 1903 als Initiative engagierter und selbstbewusster katholischer Frauen gegründet. Seit über 100 Jahren leisten sie aktiv Hilfe für Menschen, die in Not geraten sind. Er bietet Hilfe für Jugendliche und junge Erwachsene, Schuldner, Schwangere Frauen, junge Mütter, allein erziehende Elternteile, Drogenabhängige, Prostituierte, Sträflinge und alle Menschen, die irgendeine Form von Beratung benötigen. Zu den wichtigsten Einrichtungen und Initiativen gehören unter anderem die Wohngruppen und Wohngemeinschaften in den verschiedenen Heimen, flexible Erziehungshilfen, die Kleiderkammer, die Notschlafstelle für Mädchen und junge Frauen, die Kindertagesstätten, usw. Der Fachdienst für familiäre Fremdunterbringung Aufgabenbereiche: - Adoptionsdienst - Inlandsadoptionen und Mitwirkung an Auslandsadoptionen - Stiefelternadoptionen - Pflegekinderdienst - Fremdunterbringung, also Pflegeverhältnisse - Verwandtenpflege - Erziehungsfamilien Arbeitsscherpunkte: - Bewerberarbeit - Begleitung der Pflege- und Adoptionsverhältnisse - Beratung und Hilfe für die Beteiligten: Pflegekind, Pflegefamilie, Herkunftsfamilie,… - Herkunftssuche (für betroffene von alten inkognito Adoptionen) Alle Mitarbeiter in dieser Abteilung des SKFM sind Dipl. Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen und haben eine therapeutische Zusatzausbildung. Im Bereich Adoptions- und Pflegekinderdienst arbeiten vier und im Bereich Erziehungsfamilien drei Ansprechpartner. Pflege- und Erziehungsfamilien Der SKFM bietet Kindern, die aus verschiedensten Gründen nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben können, die Möglichkeit, sie in Pflegefamilien zu vermitteln, deren Wunsch es ist, ein Kind bei sich aufzunehmen. Weiter werden Kinder, die eine besonders schwere Vergangenheit haben und die eine ganz besondere Erziehung brauchen, in so genannte Erziehungsfamilien vermittelt. Um eine Erziehungsfamilie zu werden, muss zumindest einer der beiden Pflegeeltern eine pädagogische Ausbildung haben. Die Ehepaare oder Familien, die ein Kind aufnehmen wollen, werden beim SKFM in Bewerberseminaren und Einzelgesprächen vorbereitet, diese Phase dauert etwa ein Jahr. Findet der SKFM ein Kind, das in eine dieser Familien passt, findet eine Eingewöhnungszeit statt, in der sich alle kennen lernen können, bevor das Kind, wenn alles gut verläuft in die neue Familie einzieht. Dem SKFM ist es sehr wichtig, dass die Kinder in den Pflege- und Erziehungsfamilien nicht den Kontakt mit ihren leiblichen Eltern verlieren, da diese Beziehung für die Kinder sehr wichtig ist. Deshalb finden in regelmäßigen Abständen Besuchskontakte statt, die die zuständigen Betreuer organisieren und die von den Pflegefamilien wahrgenommen werden müssen. Außerdem finden für alle Kinder mindestens zweimal im Jahr Hilfeplangespräche statt. Zu diesen Gesprächen kommen die Leiblichen Eltern, die Pflegeeltern, das Pflegekind, der Betreuer vom Pflegekinderdienst, der Fallführende vom Bezirkssozialdienst, ggf. der Vormund, ein Mitarbeiter des Jugendamtes, wenn den leiblichen Eltern das Sorgerecht entzogen wurde und andere Institutionen, wie z.B. das Gesundheitsamt oder andere Hilfedienste. Die Anwesenden besprechen die Entwicklung des Kindes und planen mögliche Hilfeleistungen, wenn es nötig ist, um dem Kind eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen. Adoptionen Des Weiteren ist der SKFM eine staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle. Er macht Adoptionen im Inland und hilft bei der Durchführung von Auslandsadoptionen. Da sich heute immer weniger Frauen dafür entscheiden ihr Kind endgültig zur Adoption freizugeben, beansprucht dieser Aufgabenbereich immer weniger Arbeit. Eine andere Hilfeleistung des SKFM, die mit Adoptionen sehr eng verknüpft ist, ist die Herkunftssuche. Viele Menschen, die heute oft schon erwachsen sind, haben durch eine Adoption den Kontakt zu ihren leiblichen Eltern völlig verloren. Der SKFM hilft nun diesen Menschen bei der Suche nach ihren leiblichen Eltern und versucht durch Recherchen ihren Lebensweg nach zu verfolgen. Meine Eindrücke und Erfahrungen Während des einwöchigen Praktikums konnte ich alle Einrichtungen des SKFM anschauen und einen Einblick in die Arbeit der Hilfs- und Beratungsstellen bekommen. Die meiste Zeit habe ich bei dem Fachdienst für familiäre Fremdunterbringung verbracht im Bereich Pflege- und Erziehungsfamilien. Dort hatte ich die Möglichkeit alle Aufgabenbereiche dieser Fachberatungsstelle näher kennen zu lernen. Ich durfte an verschiedenen Gesprächen teilnehmen und konnte die Lebensgeschichten der Kinder mit den Mitarbeitern des SKFM besprechen und ihre Akten lesen. Meine Ansprechpartnerin hat mir ihre Arbeit vorgestellt und ihre Arbeitsschritte und Aufgaben erklärt. Ich durfte zudem verschiedene Mitarbeiter bei ihren Besuchen im Gesundheitsamt und in den Jugendämtern begleiten. Dabei habe ich vieles über die Zusammenarbeit mit diesen und anderen Hilfseinrichtungen erfahren und natürlich über die Entwicklung und den Verlauf von Adoptions- und Pflegekinderverhältnissen. Durch diese Einblicke und Teilnahmen an einigen Fachgesprächen, sowie einem Hilfeplangespräch und einem Treffen mit einer Pflegefamilie konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln und Dinge kennen lernen, von denen ich zuvor nichts wusste. Dabei habe ich auch von einigen schlimmen Schicksalen von Kindern erfahren, die mich sehr bewegt haben, da die Arbeit in dieser Hilfsstelle mit den schweren Vergangenheiten der Kinder verknüpft ist. Dabei hat es mich persönlich sehr erschüttert, dass mir so vor Augen geführt wurde, dass einige Kinder im Leben von Anfang an schlechtere Chancen für ihre Zukunft haben, weil ihre Eltern nicht in der Lage sind für sie zu sorgen. Oftmals sind die Eltern mit sich und ihren eigenen Problemen überfordert, sodass sie ihre Kinder vernachlässigen und zum Beispiel noch nicht einmal für eine ordentliche Ernährung der Kinder sorgen. Leider ist auch die Unterbringung in einer Pflege- oder Erziehungsfamilie in manchen Fällen problematisch, da die Kinder zu sehr von ihrer schlechten Vergangenheit geprägt sind und das Hilfeangebot der Familien nicht mehr annehmen können. Für diese Kinder gibt es kaum noch Chancen ein geordnetes Leben zu führen, so ist der SKFM oft froh über jeden kleinsten Fortschritt. Über diese Ungerechtigkeit im Leben einiger Menschen habe ich mir bis jetzt noch nicht so viele Gedanken gemacht. |
