Gewaltprävention am MPG
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"Theater TiLL" Der Ort der Aufführung: unsere Aula Der Tag der Aufführung: 21.01.2003 Zuschauer: die Jahrgangsstufe 9 und eine Gruppe der Jahrgangsstufe 11 „Bis ich dann eines Tages einen Schüler krankenhausreif geschlagen habe." Nett sieht er aus, der Lehrer Baumann, unauffällig, als er mit ruhiger Stimme erzählt wann und warum er nach 15 Berufsjahren die Kontrolle verloren hat; wollte er doch ursprünglich auch den schwächsten Schüler noch an die Hand nehmen. Auch Andy wirkt mit seinen 30 Jahren und seiner Musikerbiographie sympathisch, wenn er klar macht, Gewalt sei menschlich. So eine Glatze war auch dabei, als am 21.01.03 die Jahrgangsstufe 9 und eine Gruppe der Jahrgangsstufe 11 den Berichten über Gewalt zuhörten. Schnell verschwammen die Grenzen von Opfer und Täter und bei aller aufrichtigen Empörung über Brutalität machten sich, während die sechs Personen ihre Erlebnisse und Meinungen auf der Bühne kund taten, zunehmend Verunsicherung und Zweifel unter den Zuschauern breit: Welche moralischen Ansprüche sind haltbar? Ist Gewaltlosigkeit lebbar? Gibt es gerechte und ungerechte Gewalt? Wie wird ein Mensch zum Schläger? Wann mische ich mich ein? Schnell wurde klar, dass es sich bei den Gästen auf der Bühne um Schauspieler handelte, dennoch nahmen die Schüler und Schülerinnen das Angebot an, Lebensgeschichten, die von Gewalt geprägt wurden, unmittelbar mitzuerleben und sich den Personen über Gespräche im Anschluss an die Vorführung zu nähern. Am Ende des ersten Tages war klar: Niemand, kann behaupten, nichts mit Gewalt zu tun zu haben! Darum wurde in den zwei folgenden Tagen näher hingeguckt: Am Ende blieben viele Fragen offen, Rezepte für ein couragiertes, gewaltfreies Leben konnten nicht verteilt werden. Dennoch waren sich die meisten einig, dass die Arbeit mit den Schauspielern neue Erfahrungsräume möglich machte und die anschließende Projektarbeit einige Anstöße und viele neue Problemfelder eröffnete. Darum steht fest. Fortsetzung folgt! C. Jakobs/A. Schwarze |
