Das Verhältnis des Physikers Max Planck zur Religion
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„Es ist der stetig fortgesetzte, nie erlahmende Kampf gegen Skeptizismus und gegen Dogmatismus, gegen Unglaube und gegen Aberglaube, den Religion und Naturwissenschaft gemeinsam führen, und das richtungweisende Losungswort in diesem Kampf lautet von jeher und in alle Zukunft: Hin zu Gott!“ 1
Max Planck hat sich intensiv mit dem Verhältnis der Naturwissenschaft zur Religion beschäftigt. Er verbindet sein naturwissenschaftliches Weltverständnis keineswegs mit philosophischen und religiösen Fragen. Er grenzt also Metaphysik und Physik ganz klar voneinander ab und ist der festen Überzeugung, dass sich Religion und Naturwissenschaft keineswegs ausschließen, sondern ergänzen. Die Physik kann für den Menschen kein Leitmotiv hervorbringen. Sie beschreibt natürliche Phänomene, doch sie schreibt uns nicht vor, auf welche Art und Weise wir mit unseren Nächsten umgehen sollen. Die Wissenschaft gibt keine Antwort auf ethische Fragen und bedarf sogar meiner Meinung nach an dieser Stelle der Religion. Die Religion wird unabhängig von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen betrachtet. Bei der Erkenntnis eines physikalischen Phänomens geht es nur um die Frage, ob sich die Behauptung verifiziert oder falsifiziert. Diese Begründung einer Hypothese ist demnach keine ethische Frage, sondern beruht einzig und allein auf der Beobachtung eines Versuchs. Die Postulate, die religiösen Lehren entstammen, sind also ein Leitfaden für den Menschen und sollen ihm erleichtern seinen eigenen Pfad im Leben zu begehen. Die Frage nach Gott wird von Max Planck als sinnlos zurückgewiesen. Diese Frage ist seiner Ansicht nach sinnlos, denn sie fragt nach Gottes Erkenntnis. Gott ist jedoch nicht erkennbar; die Eigenschaften von Quanten hingegen führen zu Erkenntnissen. „Die Religion wurzelt im Bewusstsein des einzelnen Menschen“1 und bindet so den Menschen an Gott. In der Naturwissenschaft ist das Denken primär darauf ausgerichtet, die Ergebnisse von Versuchen zu interpretieren. Planck zieht an diesem Punkt eine Parallele zu dem „religiösen Menschen“. Den Sinn der Naturwissenschaft sieht der Physiker Planck darin, sich durch Forschung der Weltordnung Gottes anzunähern, welches ein unerreichbares Ziel darstellt: „Wenn also beide, Religion und Naturwissenschaft, zu ihrer Betätigung des Glaubens an Gott bedürfen, so steht Gott für die eine am Anfang, für die andere am Ende alles Denkens.“ [1]
Der Geist Gottes steht nach Planck über jeder Weltordnung und somit auch über dem menschlichen Geist. Vielleicht hätte Max Planck in heutiger Zeit also auch problemlos anerkannt, dass der menschliche Geist inzwischen schon in der Lage ist neues Leben mittels Gentechnologie zu schaffen. Hierbei werden keineswegs naturwissenschaftliche Gesetze verletzt. Der göttliche Geist muss also zu weitaus mehr fähig sein und so sieht Planck auch keine Verletzung physikalischer Gesetzmäßigkeiten durch göttliche Schöpfung.
Als theoretischer Physiker beschäftigt sich Planck mit Materie. Alle Materie bestehe durch eine Kraft. Hinter dieser Kraft vermutete Planck einen „bewussten intelligenten Geist“. Diesen Geist alleine könne es jedoch nicht geben und so kommt Planck zu dem Schluss, dass hinter diesem Geist ein Geistwesen steckt, da ein Geist alleine nicht existieren kann. Den Schöpfer dieses Geistwesens bezeichnet Planck als Gott.[2] Patrick Schmithausen, Religionskurs Jgst. 13 |
