Max-Planck-Schüler am Flughafen

Erfahrungsbericht zu Schulprojekt des Physik-Mathematik-Differenzierungskurses des Max-Planck Gymnasiums, Düsseldorf-Stockum

aus : "Von hier aus" Mai 2007

Das in Kooperation mit dem Flughafen durchgeführte Projekt „Dem Lärm auf der Spur" ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Unterrichtsplan des Düsseldorfer Max-Planck-Gymnasiums (MPG). Anfang März besuchten bereits im dritten Jahr in Folge Schülerinnen und Schüler des MPG den Flughafen, um dort eigenhändig Lärm zu messen. In einem Erfahrungsbericht schildern die Jugendlichen, was sie erlebt und welche Ergebnisse sie erhalten haben.

Ziel unserer Exkursion zum Flughafen war es, Lärmmessungen am Flughafen durchzuführen und etwas über Lärm, Lärmmessung und Lärmbelastung zu lernen. In einem einleitenden Vortrag erläuterte uns Veronika Bappert vom Airport Bürgerbüro Grundlagen der Lärmmessung.

Im anschließenden praktischen Teil haben wir dann für anderthalb Stunden an zwei Messstationen im Flughafengelände selbst Fluglärmdaten erhoben. Dabei haben wir untersucht, wie groß die Lärmbelastung durch den Flugbetrieb während dieser Zeit insgesamt war, und ob sich die Lärmbelastung durch Propellermaschinen und Düsenflugzeuge unterscheidet Gemessen haben wir am Ende der Startbahn Richtung Lohausen, sowie am Beginn der Landebahn am Flughafenbahnhof Lichtenbroich. Der niedrigste Schalldruckpegel, der an der Messstation Lichtenbroich gemessen wurde, betrug 63 Dezibel (dB). Das entspricht etwa einem Fernseher in Zimmerlautstärke, in einem Meter Entfernung Der am häufigsten gemessene "Schalldruckpegel betrug 72dB. Vergleichen kann man diesen Schalldruckpegel mit dem eines Pkws in zehn Meter Entfernung. Der höchste Pegel, der gemessen wurde, betrug 92dB, Dieser wurde aber durch Einfluss von zwei vorbeifahrenden Zügen erhöht.

Das Flugzeug mit dem niedrigsten Schalldruckpegel an der Messstelle Lohausen, hatte eine Lautstärke von 51 dB und entspricht einer Unterhaltung in einem Meter Entfernung. Ein erster Höhepunkt liegt bei 62 dB und ist vergleichbar mit einem Fernseher bei Zimmerlautstärke. Der nächste Höhepunkt befindet sich bei 74 dB. Dieser entspricht einem PKW in zehn Meter Entfernung, Der höchste gemessene Wert, 80 dB, entspricht einer Hauptverkehrsstraße in 15 Meter Entfernung. Wie sich zeigt, liegen die Schalldruckwerte von Propellermaschinen allein eher im hohen Bereich (70dB), doch betrachtet man sie im Vergleich mit den Düsenflugzeugen, sind die Propellerflugzeuge leiser, da ihr höchster Wert im Bereich um 70 dB unter dem der Düsenflugzeuge liegt. Der höchste Wert der Düsenflugzeuge liegt nämlich bei 74 dB.

Obwohl Propellerflugzeuge einen vergleichsweise hohen Schalldruckpegel haben, dürfen sie nachts fliegen, was einerseits darauf zurück zu führen ist, dass die maximalen Schalldruckpegel von Propellerflugzeugen niedriger sind, als die maximalen Schalldruckpegel von Düsenflugzeugen. Andererseits wird der Schall eines Propellerflugzeuges nicht so störend empfunden, weil sein als Schall abgegebenes Frequenzspektrum nicht so breit ist, wie das eines Düsenflugzeuges. Ob dieser kleine Unterschied reicht zur Rechtfertigung einer Nachtflugerlaubnis für Propellermaschinen, kann unsere kleine Untersuchung nicht beantworten.